Evaluation

Gesundheitswesen
Responsive Evaluation eines Projektes zur Einführung der integrierten Versorgung in einer Klinik

Im Allgemeinen beschreibt das Konzept der Integrierten Versorgung (IV) eine relativ neue, vom Gesetzgeber geförderte Versorgungsform. Durch diese gesetzliche Regelung wird es ermöglicht, dass Krankenkassen Verträge über eine verschiedene Leistungssektoren übergreifende Versorgung der Versicherten oder eine interdisziplinär-fachübergreifende Versorgung mit bestimmten Leistungserbringern, z.B. zugelassenen Ärzten und Trägern von Krankenhäusern, abschließen können. Wesentliches Ziel der Umsetzung von Konzepten der integrierten Versorgung ist es, eine verbesserte Vernetzung zwischen Sektoren (z.B. Fachärzten und Kliniken) und/ oder verschiedenen Fachdisziplinen zu erreichen. Dieses soll die Versorgungslage der Patienten qualitativ verbessern und gleichzeitig mittels einer verbesserten Steuerung von Behandlungsprozessen die Gesundheitskosten senken. 

In einer Klinik wurde die integrierte Versorgung im Rahmen eines Pilotprojektes eingeführt. Dieses Pilotprojekt sollte begleitend evaluiert werdenDie Bewertungsmaßstäbe für diese Evaluation ergeben sich aus den Zielen des IV-Projektes:

  • Wirtschaftlichkeit
  • Zweckmäßigkeit im Sinne einer Verkürzung und Vermeidung stationäre Versorgung
  • Patientenorientierung und Patientenzufriedenheit
    • [2Ebene]
      • [3Ebene]

Die Umsetzung der Evaluaton sollte aber nicht nur klassich, d.h. summativ oder formativ erfolgen, sondern sich stärker an einer systemischen Sichtweise orientieren. Systemisch orientierte Evaluation soll Reflexions- und Aushandlungsprozesse fördern und dazu beitragen, den Reflexionsprozess im Projekt auszudifferenzieren, und ihn durch eine wissenschaftlich orientierte Systematik der Datengewinnung und –Auswertung zu fokussieren. Wichtig ist dabei der Aufbau organisationaler Kommunikationssettings und interaktionsorientierter Erhebungen, denn es geht letztlich um die Aushandlung gemeinsamer Wirklichkeitskonstruktionen mit Hilfe der Evaluation.

Ein wichtiges Element der Evaluation waren daher regelmäßige Projektsupervisionen, bei denen das Evaluationsteam die aktuelle Situation im Projekt mit allen Beteiligten reflektieren. Auf der Agenda standen sowohl die aktuellen Daten zur Wirtschaftlichkeit und Ergebnisqualität der IV-Arbeit wie auch die Führung und Zusammenarbeit sowie Zufriedenheit der Beteiligten im Projekt anhand sogenannter Statusberichte. Das Evaluationsteam wirkte somit nicht nur als Datenlieferant, sondern übernahm auch eine beraterische und moderierende Rolle, um die Interaktion zwischen Geschäftsleitung, Führungskräften und IV-Team zu fördern und zu gestalten. Im Fous standen oft Fragen der Führung und Kommunikation, die durch die Rückkopplung von "weichen" Daten geleitet wurden.